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Laube 40: Unsere zweite Gartensaison

Viele neue Stauden, ein prall gefülltes Tomatenzelt und ein immer produktiverer Gemüsegarten – in der Laube 40 liegt ein weiteres Gartenjahr hinter uns. Die letzten Aufräumarbeiten stehen an und es wird Zeit für das Fazit des Jahres 2014.

Neue Pflanzen

Nach dem wir im ersten Jahr erst einmal geschaut haben, was in unserem Garten so alles wächst, war jetzt klar: In unserem Garten wachsen nur wenige Stauden. Deshalb haben wir im Laufe des Jahres kräftig nachgepflanzt. Die Favoriten sind Katzenminze, Lavendel, Geranium und Rudbeckien. Dazu gab es viele halbhohe Gräser und viele Sommerblumen wie Zinnien, Tagetes, Ringelblumen, Cosmeen, Sonnenblumen, Borretsch und Kapuzinerkresse. Außerdem wachsen bei uns überall blaue, lila und weiße Duft- und Staudenwicken.

Das Ergebnis ist ein Garten, in dem immer etwas blüht, bis in den Herbst hinein. Während unsere Gartennachbarn schon alles ordentlich abgeschnitten haben, blüht und grünt es immer noch bei uns. Das wird auch so bleiben bis zum ersten Frost. Erst dann machen wir den Garten wirklich winterfest. Das ist in Kleingartenanlagen bis heute leider eher unüblich. „Ordentlich“ geht hier immer noch vor „gut für die Tierwelt“, denn bei uns schwirren jetzt immer noch Bienen und Wespen herum, während sie in den Nachbargärtnen schon keine Nahrung mehr finden.

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Insektenfreundliches Durcheinander

Im Gegensatz zu professionellen Gartenplanungen darf in unserem Garten vieles wuchern und farblich durcheinander wachsen. Selbst im Gemüsegarten stehen die einjährigen Sommerblumen, hier allerdings in exakten Reihen neben dem Salat.

Die Variante „weniger Unkraut, wenn man auf das Umgraben verzichtet“  hat durchaus funktioniert. Wir sind uns aber nicht sicher, ob es wirklich an der Methode lag oder ob wir nicht einfach öfter mal zwischen dem Gemüse oberflächlich geharkt haben. Die Wege zwischen den Beeten sind nämlich fast wöchentlich gejätet worden, sodass nichts mehr in auf die Anbaufläche gewuchert ist.

Im letzten Jahr eine Pleite, diesmal ein voller Erfolg: unsere Kürbis-Ernte | Foto: phlora.de/Torsten Meise

Im letzten Jahr eine Pleite, diesmal ein voller Erfolg: unsere Kürbis-Ernte | Foto: phlora.de/Torsten Meise

Große Ernte

Wir haben unglaublich viel eingefroren, eingelagert und eingekocht. Und das ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel! Im Frühjahr ist einmalig reifer Kompost auf die Beete verteilt worden; mehr Hilfsmittel hat der Boden nicht bekommen. Auf den Beeten sind wir nach dem Prinzip der Fruchtfolge und Mischkultur vorgegangen: Alle Gemüsearten standen in diesem Jahr an einem anderen Platz neben geeigneten Pflanzpartnern.

Runder Flop im Beet

Manchmal fällt man auch einfach auf schöne Bilder herein, wie die „runden Möhren“ auf der Saatgutpackung. Die Kugelmöhren sind ordentlich gewachsen, aber schälbar und damit essbar waren sie nicht (selbst unsere Meerschweinchen-Damen haben sich geweigert, die Karotten zu essen). Für das nächste Jahr säen wir wieder normale Möhren an.

Reiche Süßkirschen-Ernte 2014 | Foto: phlora.de/Torsten Meise

Reiche Süßkirschen-Ernte 2014 | Foto: phlora.de/Torsten Meise

Süßkirschen in Massen, alles andere eher spärlich

Beim Obst gab es nur bei den Süßkirschen einen ordentlichen Ertrag. Madenfrei, süß und sehr aromatisch und so viele, dass die Nachbarn ebenfalls ernten konnten. Die Sauerkirschen waren dagegen eine echte Enttäuschung. Fast keine Kirsche am Baum und die Zweige verloren vorzeitig die Blätter. Nach der „Ernte“ haben wir den Baum ordentlich beschnitten und so hoffen wir auf das nächste Jahr.

Bei den Pflaumen gab es ebenfalls kaum Früchte. Die wenigen Exemplare hatten Würmer oder begannen am Zweig zu faulen.

Bei den Äpfeln hatte die Hälfte Schorf, war  innen glasig und/ oder von Würmern befallen. Die Früchte ohne Schäden schmecken aber wunderbar. Im nächsten Jahr werden wir die Bäume noch besser beschneiden und mit Kompost versorgen. Außerdem brauchen die Gehölze eine ordentliche Portion Kalk.

Zu gut gemeint

Theoretisch hätten wir auch ganz viele Brombeeren ernten können, wenn sich nicht direkt unter dem Strauch ein Wespennest angesiedelt hätte. Dabei wollten wir eigentlich Hummeln anlocken mit einer selbstgebauten Hummelkiste. Die Wespen fanden die Kiste aber schöner und so lebt jetzt ein Wespenvolk im Brombeergebüsch. Zu unserem Glück handelte es sich aber um eine harmlose, sehr friedliche kleine Wespenart, und nicht um die Deutsche oder die Gemeine Wespe. Die hätten wir nicht so einfach tolerieren können, denn nebenan ist der Kompost und das Tomatenhaus. Trotzdem haben wir einen Sicherheitsabstand von drei Metern eingehalten, also keine Brombeeren und eine wilde Ecke zusätzlich.

Momentaufnahme aus dem Gemüsegarten. Die Kartoffeln sind schon aus dem Boden (unten) | Foto: phlora.de/Torsten Meise

Momentaufnahme aus dem Gemüsegarten. Die Kartoffeln sind schon aus dem Boden (unten) | Foto: phlora.de/Torsten Meise

Automatische Bewässerung bringt Topernte

Im neuen Tomatenhaus hatten wir verschiedene Tomatenpflanzen: kleine und große Flaschentomaten, Kirsch- und Buschtomaten, Fleisch- und Romatomaten. Eigentlich sollten drei große Pflanzen und vier kleine Buschtomaten in dem Haus stehen. Aber aus den selbstgezogenen „kleinen“ Buschtomaten sind riesige Pflanzen geworden, die nicht mehr aufgehört haben, in die Höhe zu wachsen. Der Ertrag war so phänomenal, dass ein Teil der Früchte einfach am Strauch verblieben ist. Wir konnten nichts mehr einfrieren oder einkochen und auch nichts mehr verschenken. Die automatische Tropfschlauch-Bewässerung ist hier sicherlich für die „Tomatenplage“ verantwortlich. Im nächsten Jahr werden wir einfach weniger Pflanzen in das Haus stellen.

Bei dem Haus handelt es sich übrigens um ein einfaches Folienhaus, das wir im Baumarkt gekauft haben. Nach zwei Wochen ist es beim ersten kleinen Sturm in sich zusammengebrochen. Dann haben wir aus einzementierten Pfählen und Schalbrettern ein Fundament gebaut. Daran haben wir das Haus befestigt. Alle Verbindungen haben wir beim Wiederaufbau mit Gaffa-Tape verstärkt – bis jetzt hat es gehalten!

Fazit im zweiten Gartenjahr

Dem Traum vom Selbstversorger-Garten sind wir schon viel näher gekommen. Fehler aus dem letzten Jahr haben wir vermieden, dafür andere gemacht (zum Beispiel frische Sämlinge von Stauden über Nacht draußen gelassen – zumindest die Schnecken hat es gefreut).

Die Arbeit ging in diesem Jahr wesentlich leichter von der Hand und die Zeitfenster, wann was wie gepflanzt und gesät wird, haben wir auch besser im Blick. Gleichwohl hat sich gezeigt, dass ein Gemüsegarten auch jede Menge Arbeit bedeutet. Ohne Leidenschaft geht da nichts.

 

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