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Was Gartenbesitzer für Bienen tun können

„Bye, bye Biene”, so lautet der Titel des neuesten Reports, den Greenpeace zum Thema Bienensterben veröffentlicht hat. Die Umweltorganisation fordert ein sofortiges Verbot von Pestiziden in der Landwirtschaft, denn Insektizide stellen die größte Gefahr für Bienen dar.

Bienen_Wikipedia_gemeinfrei

Honigbiene beim Nektarsammeln
© Wikipedia | gemeinfrei

Die Situation für Bienen ist in Europa dramatisch, auch in Deutschland. Neben Pestiziden werden sie nämlich auch von Milben bedroht, die Krankheiten auslösen. Für zusätzlichen Druck sorgt die Monokultur in der Landwirtschaft: die Futterpflanzen fehlen. Viele Menschen wissen außerdem gar nicht, dass Bienen für die Bestäubung von rund einem Drittel der Nutzpflanzen dringend benötigt werden. Sterben die Bienen, ist es mit einem Teil der Artenvielfalt vorbei und der Speiseplan wird deutlich reduzierter. Dann ist Schluss mit dem frischen Obst.

Was können Gartenbesitzer für Bienen tun?

Gegen die Milben können wir leider nichts unternehmen, aber zu Themen wie Pestizide und Monokultur haben wir eine passende Antwort:

1) Pestizide gehören nicht in den Garten und nicht auf den Balkon. Grundsätzlich können alle Infektionen und jeglicher Schädlingsbefall mit natürlichen Mitteln bekämpft werden (Nützlinge fördern, Pflanzenabwehr stärken, biologische Pflanzenschutzmittel einsetzen). Tipp: Wenn du doch Pflanzenschutzmittel im Gartenmarkt kaufst, achte auf den Hinweis „Nicht Bienengefährlich“. Steht das nicht auf dem Produkt, bleibt es grundsätzlich im Regal (anbei noch ein nützlicher Link).

2) Futterpflanzen für Bienen auf dem Balkon und im Garten bereitstellen.

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Empfehlenswerte Pflanzen für den Blumenkasten:

Alle Mauerpfefferarten: Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), Weißer Mauerpfeffer (Sedum album), Felsen-Fettkraut, Tripmadam (Sedum rupestre), Große Fetthenne (Sedum telephium), Unechte Fetthenne (Sedum spurium), sowie deren Zuchtformen mit rötlichem Blättern und reichlichem Blütenflor.

Lippenblütler, die gleichzeitig, als Gewürzkräuter verwendet werden können: Thymian (Thymus vulgaris), Lavendel (Lavandula officinalis), Bohnenkraut (Satureja hortensis), Bergbohnenkraut (Satureja montana), Küchen-Salbei (Salvia officinalis), Dost (Origanum vulgare), Ysop (Hyssopus officinalis) Zitronenmelisse (Melissa officinalis), Pfefferminze (Mentha piperita)

Weitere wertvolle Arten: Weinraute (Ruta graveolens), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), wenn er blühen darf.

Im Frühjahr können Bienen mit blühenden Obstbäumen und Wiesen reichlich Vorräte sammeln. Hier gibt es ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Die Bienen brauchen jedoch den ganzen Sommer über Nahrung. Daran mangelt es besonders im Spätsommer. Hier ist eine ausreichende Versorgung wichtig, damit die Bienen gut genährt den langen und kalten Winter überstehen.

Bienen: Greenpeace fordert Pestizid-Verbot | © Fotolia

Bienen: Greenpeace fordert Pestizid-Verbot | © Fotolia

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Empfehlenswerte Pflanzen für den Garten:

Sommerblumen: Goldmohn, Reseda, Cosmea, Himmelsleiter, Beinwell, Katzenminze, Malven, Löwenschwanz, Wasserdost, Gamander, Zierlauch, Phacelia, Tagetes, Kornblumen, Sommerazaleen, Schönmalve, Sonnenblume, Senf (als Gründüngung)

Stauden: Fetthenne, Salbei, Ziermohn, die meisten Gewürzkräuter (z. B. Salbei, Thymian, Lavendel, Schnittlauch, Borretsch u. a., siehe auch Balkonkasten), Kugeldistel, Mädchenauge, Indianernessel, Sonnenbraut, Sonnenhut (Rudbeckia), Kokardenblume, Dost, Weberkarde, Türkischer Mohn

Sträucher: Fingerstrauch, Falscher Jasmin, Raublatthortensie, Kletterhortensie, Rosen (ungefüllt), Clematis, Wilder Wein, Liguster, Kolkwitzie, Bartblume, Heckenkirsche, Schneebeere, Roseneibisch, Felsenmispel (Cotoneaster)

Bäume: Kastanie, Robinie (Falsche Akazie); Sommerlinde, Winterlinde, Götterbaum

Alle ungefüllten(!) Dahlien, Astern und Tagetes, Herbstanemone, Topinambur, Zitronenmelisse, Boretsch, Wasserdost, Goldrute, Besenheide und Efeu (Blüten und Früchte stehen lassen)

Unsere Link-Empfehlung: Wir haben noch eine schöne Internetseite von der Landwirtschaftskammer NRW zum Thema Futterpflanzen für Bienen gefunden: Die Honigmacher. Hier stehen viele gute Infos, aber am besten hat uns der Blühkalender gefallen. Hier findest du sehr ausführlich alle Pflanzenarten, nach Wochen und Monaten geordnet, die Bienen zu bestimmten Zeiten brauchen.

Möchtest du selbst Bienen halten? Die Imkerei hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Trend-Hobby entwickelt, auch in der Stadt. Infos und Bauanleitungen findest du zum Beispiel bei Bienenkiste.de.

 

 

 

 

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Eine Antwort auf Was Gartenbesitzer für Bienen tun können

  1. Susanne 15. April 2013 at 19:01 #

    Als Ergänzung kann ich nur den Film „http://www.morethanhoney-derfilm.at/“ ans Herz legen. Auf eindrucksvolle Weise schildert er, wie sehr unsere gesamte Ernährung von den Bienen abhängt und wie erschreckend sie z. T. schon ausgerottet wurden.

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