TopExtra

Weiße Fliege im Glashaus

Die Weiße Fliege lebt an der Unterseite der Blätter von Kulturpflanzen wie Gurken und Tomaten und legt dort auch ihre Eier ab. Richtig wohl fühlt sie sich in einem warmen Gewächshaus. Bei Berührung der Pflanzen sieht man die kleinen Tierchen dann in einer weißen Wolke hochfliegen. Ansonsten sind sie kaum zu sehen und stören erst einmal weiter nicht.

Weisse-Fliege_Wikipedia_Gaucho

Weiße Fliegen verschmutzen Tomaten und Gurken
© Wikipedia | Gaucho

Trotzdem ist ein Befall mit der Weißen Fliege lästig. Die Tiere beeinträchtigen das Gemüse mit ihren Ausscheidungen und saugen an den Blättern, sodass sich Pilze und andere Erreger etablieren können. Vor allem bei stärkerem Befall bildet sich blattoberseits und auf den Früchten von den Ausscheidungen der Tiere klebriger Honigtau, auf dem sich Russtaupilze ansiedeln können.

Bekämpfung erschwert

Die gute Nachricht zuerst: Du brauchst nicht die Erde in deinem Gewächshaus austauschen, denn die Tiere leben ausschließlich auf den Pflanzen. 

Da jedes Weibchen bis zu 3oo Eier ablegt, vermehren sich diese Schädlinge gerade bei trockener, warmer Witterung explosionsartig. Eine Bekämpfung der Weißen Fliege mit Pflanzenschutzmitteln ist außerdem sehr schwierig, da die Tiere auf der Blattunterseite mit Spritzmaßnahmen nur schwer zu treffen sind und immer mehrere Entwicklungsstadien mit unterschiedlicher Empfindlichkeit gleichzeitig auftreten.

Gelbtafeln sind nur als Befallskontrolle im Gewächshaus zweckmäßig: Im Freiland sind sie ungeeignet, weil viele andere Insekten und Nützlinge abgefangen werden und an der klebrigen Leimschicht sterben. Als Bekämpfungsmaßnahme zeigen die Tafeln im Glashaus keine Wirkung.


Feine Maschen helfen

Bei der Bekämpfung der Weißen Fliege wirkt ein sehr feinmaschiges Gemüseschutznetz recht gut: Es wehrt Gemüsefliegen, aber auch Erdflöhe und Minierfliegen ab. Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass sich diese Schädlinge nicht bereits vor der Abdeckung an den Pflanzen befunden haben!

  • Achte darauf, dass die Gemüseschutznetze während der gesamten Kulturdauer rundherum gut verschlossen sind und bis zur Ernte auf den Gemüsebeeten verbleiben.
  • Im Gewächshaus kannst du eine Art Fliegengitter an die Tür/ Fenster anbringen. So bleibt der Luftaustausch gewährleistet.
  • Entferne konsequent jegliches Unkraut, nicht nur im direkten Umfeld der Kulturpflanzen: Unbemerkt entwickelt sich die Weiße Fliege besonders auf Gänse-, Milch- oder Zuckerdistel, Vogelmiere, Franzosenkraut und auf anderen Kreuzblütlern. Sie sind beliebte Nahrungspflanzen, aber auch bevorzugte Überwinterungsquartiere.
  • Darüber hinaus überwintern die Weibchen der Weißen Fliege auf Winterkohlarten wie Grün- und Rosenkohl und auf Kohlstrünken, die in der kalten Jahreszeit auf den Beeten bleiben. Auch Erdbeerpflanzen bieten Unterschlupf vor strenger Winterkälte.
Weiße_Fliege_Eier_Wikipedia_Goldlocki

Biologischer Pflanzenschutz:
Schlupfwespen vernichten die Larven
der Weißen Fliege
© Wikipedia | Goldlocki

Biologischer Pflanzenschutz

Neben einem feinmaschigen Netz und dem Entfernen der Kohlpflanzen im Winter, gibt es eine weitere Möglichkeit: Der Einsatz von  Schlupfwespen. Das geht natürlich nur im Glashaus. Unser Experte Dr. Helmut Haardt hatte uns darauf hingewiesen, dass der Einsatz von der kleinen Erzwespe Encarsia formosa im Frühjahr möglich ist. Die Nützlinge kannst du unter re-natur bestellen. Die Schlupfwespe legt ihre Eier in die Brut der Weißen Fliege und vernichtet sie dadurch.

 

, , , , , , , , ,

2 Antworten auf Weiße Fliege im Glashaus

  1. Dr. Helmut Haardt 11. November 2013 at 12:26 #

    Es gibt drei wichtige Arten der Weißen Fliege: Gewächshaus-Weiße Fliege, Tabak-Weiße Fliege und Kohl-Weiße Fliege. Heimisch ist bei uns ausschließlich die Kohl-Weiße Fliege. Die anderen Arten sterben bei Frost ab. Sie sind mit der kleinen Erzwespe Encarsia formosa in der Vegetationszeit unter Glas gut bekämpfbar. In den letzten Jahren hat sich die Kohl-Weiße-Fliege sehr verbreitet. Leider besteht zumindest ab Herbst hiergegen kein Nützlingseinsatz zur Verfügung. Ich habe besonders am Grünkohl sehr viele dieser kleinen Pflanzensaftsauger und beobachte, dass ihnen selbst leichter Frost nichts anhaben kann. Meine Maßnahme: Kohlpflanzen bis Ende Januar abernten und komplett enfernen oder mal ein Jahr auf den Kohlanbau ganz verzichten und, wie es Monika bereits schrieb, auch die kohlartigen Wildkräuter entfernen.

Schreibe einen Kommentar