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F1-Hybriden: Was bedeutet das?

Auf vielen Samenpackungen findet sich die Abkürzung „F1-Hybriden„. Das hört sich erst einmal sehr technisch an, ist aber an sich nur eine Bezeichnung für bestimmte Eigenschaften der Pflanzen.

Herr Mendel lässt grüßen

Die Bezeichnung F1 kommt aus der Vererbungslehre und bezeichnet die 1. Generation bei der Kreuzung von zwei Pflanzen. Die Elterngeneration gibt ihre Gene dominant an die Kinder der ersten Generation komplett und ohne Genverluste weiter – die F1-Hybriden sind entstanden. Die dominanten Gene bestimmen die äußere Erscheinung. Rezessive Gene werden bei der F1-Generation unterdrückt.

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Die Erblinie der gemeinen Platterbse aus dem Bio-Unterricht…
© Wikipedia | gemeinfrei

F1-Hybriden verfügen zumeist über ganz bestimmte Eigenschaften: Sie sehen alle gleich aus, sie blühen in der vorgesehenen Farbe, sind oft resistent gegen bestimmte Krankheiten und verhalten sich genauso wie auf der Samenpackung beschrieben. Sie sind oft sehr ertragreich (bei Gemüsepflanzen) oder sind extrem vielblütig.

Insgesamt sind es Spitzenzüchtungen, die aber auch gut mit reichlich Wasser und viel Dünger gepflegt werden wollen. Für F1-Hybriden bezahlt man zwar mehr Geld, bekommt dafür aber auch genau das, was man haben will.


Aus F1- werden F2-Hybriden

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Hybriden können sehr interessant sein
© Wikipedia | S. Metzing-Blau

Nimmt man nun den Samen der F1-Hybriden und möchte ihn im kommenden Jahr wieder verwenden, erlebt man meist eine böse Überraschung: Dann entwickeln sich die vormals so gut wüchsigen, erstklassigen Pflanzen wie ihre normale Verwandtschaft. Der Genpool entwickelt sich zurück, ausgemerzte, nicht gewollte und weggezüchtete Eigenschaften aus der Elterngeneration kehren wieder.

Neben den dominanten Genen sind dann auch die rezessiven Merkmale vertreten, die sogenannten F2-Hybriden sind entstanden: So können eigentlich rotblühende Pflanzen, plötzlich rosa oder weiße Blüten tragen. Oder die Größe verändert sich negativ bei der zweiten Generation, der Duft ist weg oder die Gewächse sind anfällig für Krankheiten. Es kann aber auch zu ganz interessanten Neumischungen kommen, wie gestreifte Blüten….

 

 

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  1. Wieder beliebt: Uromas Obst- und Gemüsesorten | phlora.de - 27. Januar 2016

    […] Samen eher selten im ganzen Land erhältlich sind. Oft besteht käuflicher Samen aus F1-Hybriden, die man allerdings nicht grundsätzlich verdammen sollte. Spät schossender Spinat, fadenlose […]

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