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Schleimiges Etwas an Baum: Birnengitterrost

birnenrost Birnengitterrost

Birnengitterrost | © Pflanzenschutzamt Hamburg

Sarah hat uns per Mail nach einem „schleimigen Etwas“ an ihren Gehölzen gefragt. Bei den Gebilden an dem Baum wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Sporenmasse des Birnengitter­rost (Wacholderrost) handeln.

Diese orangenen Sporenlager können sich im Mai und bei feuchten Temperaturen in eine „braune, schleimige, gallertartige Masse“ verwandeln. Leider ist eine chemische Bekämpfung auf den Pflanzen sehr schwer möglich. Per Hand lassen sich die Gebilde aber leicht entfernen (wenn man nicht zimperlich ist…). Die einfachste Maßnahme ist, die gallertartigen Befallsstellen an Trieben beim Quellen der Fruchtkörper ab Anfang Mai mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen. Die schleimige Sporenmasse tropft dabei auf das darunterliegende Erdreich und versickert.

Das Pflanzenschutzamt in Hamburg sagt dazu folgendes:

Der Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae) gehört zu den wirtswechselnden Rostpilzen. Er überwintert an den Trieben bestimmter Wacholder-Arten und bildet dort Sporen, die im Frühjahr die jungen Blätter des Birnbaums befallen. An den Birnenblättern werden zum Herbst hin wiederum Sporen gebildet, die den Wacholder infizieren. Während ein befallener Wacholder dauerhaft infiziert bleibt, ist die Birne nach Abwurf des Laubs wieder befallsfrei, da lediglich die Blätter der Birne befallen werden. Neben der Birne werden seltener auch Quitten befallen.

Schadbild: Beim Wacholder ist eine Infektion an warzenartigen Verdickungen an den Ästen zu erkennen, an denen Mitte April zunächst braune, später gelbe, im feuchtem Zustand gallertartige Sporenlager entstehen. Diese können bis 2 cm groß werden. Da die Sporenlager häufig dicht an dicht stehen, können ganze Zweigpartien orange gefärbt sein. Befallene Äste können absterben. An den Blättern der Birne erscheinen ab Mitte Mai orangerote Flecken auf der Blattoberseite, die bis zu 1 cm Durchmesser erreichen können. Ab August entstehen an diesen Stellen helle Warzen auf der Unterseite.

Vorbeugung und Bekämpfung: Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist die räumliche Trennung der beiden Wirtspflanzen bzw. die Rodung eines der Wirte. Obwohl die Sporen sehr große Entfernungen überbrücken können, kann man hierdurch den Befallsdruck deutlich senken. Vom Birnengitterrost werden vor allem einige Sorten des China-Wacholders (Juniperus chinensis), sowie der Sadebaum (Juniperus sabina und seine Sorten) befallen. Bei der Birne können grundsätzlich alle Sorten befallen werden, die japanischen Nashi-Birnen gelten aber als wenig anfällig. Anfällige Wacholder-Büsche sollten spätestens im Frühjahr auf Befall kontrolliert werden, befallene (angeschwollene) Astpartien sind zu entfernen. Bereits vor dem Aufquellen der Sporenlager können die infizierten Zweigpartien Sporen freisetzen. Schwache Infektionen an den Birnen, die nicht zum vorzeitigen Abwerfen der Blätter führen, werden von den Bäumen ertragen.

Zurzeit ist kein Bekämpfungsmittel speziell gegen Birnengitterrost zugelassen. Manche gegen Birnenschorf zugelassenen Mittel reichen bei regelmäßiger Behandlung (je 5 bis 10 Tage, je feuchter das Wetter, desto öfter) erfahrungsgemäß aus, um dem Ausbruch des Birnengitterrostes vorzubeugen. Da die Infektion praktisch während der ersten 5 bis 6 Wochen ab Beginn des Blattaustriebes zustande kommt, müssen die Behandlungen in dieser Wachstumsphase stattfinden.

Bayer Garten Universal-Pilzfrei M und Pilzfrei Ectivo von Celaflor sind die bevorzugten Mittel der Wahl. Eine regelmäßige Behandlung mit Pflanzenstärkungsmitteln wie Neudo-Vital-Obst-Pilzschutz von Neudorff oder Pilzfrei Fruton von Spiess-Urania stärken die Widerstandfähigkeit gegen die Krankheit in der gesamten Saison.

Achte darauf, dass die Mittel für Bienen ungefährlich sind!

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  1. Birnenblätter haben orange Flecken | phlora.de - 23. September 2013

    […] Pflanzenstärkungsmittel ab Blattaustrieb oder ein Anti-Pilzmittel sind in Form von Spritzungen möglich (siehe auch folgenden Beitrag: Schleimiges Etwas….). […]

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