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Wir bauen uns eine Do-it-yourself-Feuchtwiese

Neues aus dem Garten: Phlora-Redakteurin Monika hat eingekauft, und zwar die Kuckucks-Licht(meß)-Nelke. Das Problem ist nur, sie hat gar keinen passenden Standort dafür. Wie Monika das Problem mit Hilfe einer Mülltüte gelöst hat, erfahrt ihr hier:

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„Feuchtwiese“ neben Teich angelegt
© MB

Jetzt oute ich mich mal als Shoppingmonster beim Pflanzenkauf: Ich kann kaum einem Gewächs im Laden und schon gar nicht auf den Internetseiten von Staudengärtner Dieter Gaissmayer widerstehen (keine bezahlte Schleichwerbung, die Red.). Und weil in dem Kleingarten noch so viel nackte Erde auf eine tolle Bepflanzung wartet, habe ich auch diesmal wieder bestellt, bestellt, bestellt…

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Lychnis flos-cuculi braucht wechselfeuchten Standort
© MB

Und dabei hatte ich mich eigentlich im Griff, bis ich diese wunderschönen Nelken sah: Allein der Name „Lychnis flos-cuculi„, Kuckucks-Licht(meß)-Nelke, sagt doch schon alles. Ich kenne die Pflanzen von der Nordsee. Dort wachsen sie immer an Entwässerungsgräben und Wiesenrändern. Und jedes Mal bin ich ganz entzückt, wie filigran und wunderschön diese Pflanzen blühen.

Kurz: Jetzt sind sie auch in Hamburg zuhause. Das Problem ist nur, sie brauchen wechselfeuchte Wiesen. Okay, in Hamburg regnet es oft genug, aber der Boden trocknet auch schnell wieder ab, zu schnell. Also eigentlich kein Standort für Lychnis flos-cuculi. Die Lösung: Dann baue ich mir den passenden Standort eben selber!

Die Instant-Feuchtwiese

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Erst die Erde 30 Zentimeter freilegen
© MB

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Dann Folie auf den Boden und die alte Erde wieder drauf
© MB

Der richtige Ecke im Garten war auch direkt gefunden. Wir haben nämlich einen kleinen Teich geerbt im Kleingarten, dessen fieser Gummiwannenrand mit einer überdimensionierten, sehr wüchsigen Seerose gut kaschiert wird. An den Seiten hat unser Vorgänger Steine platziert und Sukkulenten angepflanzt.

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Lichtnelken fehlen natürlich noch
© MB

Einen Teil davon habe ich umgesetzt und dann die Erde auf einer Fläche von einem halben Quadratmeter ausgehoben. Eine normale Mülltüte als Folienersatz liegt jetzt auf einer Tiefe von 30 Zentimetern ausgebreitet als Wassersperre. Die neuen Pflanzen samt dem Erdaushub sind über der Folie eingezogen. Zuletzt noch die passenden Steine an den Seiten und fertig ist die Feuchtwiese.


Abgestandenes Brackwasser?

Zumindest in den letzten 5 Tagen fühlte sich eine der neuen Nelken so wohl, dass sie gleich geblüht hat. Oder sie weiß, dass es ihre letzte Saison ist und blüht aus Protest – weil aus der angeblichen Feuchtwiese vielleicht nur ein Schlammloch mit Dauerstaunässe und Fäulnis wird. Ich weiß es erst im nächsten Jahr und halte euch auf dem Laufenden!

 

 

 

 

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