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Wie werde ich den Giersch los?

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Giersch: Verhasstes Kraut im Garten
© Wikipedia | Franz Vincents

Giersch ist in fast allen Gärten zu finden. Die Pflanze  wuchert als Wurzelunkraut durch den Boden und breitet sich hemmungslos aus.

Willst du es wieder loswerden, hilft kein tiefes Hacken, da sich die Pflanze durch Wurzelausläufer ausbreitet. Hackt man sie in Stücke, wächst aus jedem eine neue Pflanze. Die Wurzeln mit der Grabegabel bis auf den letzten Schnipsel aus dem Erdreich zu kämmen, gelingt nur in leichten Böden, die beim Umgraben zerbröseln. Die Spitzen der Wurzeln dringen einen halben Meter tief ins Erdreich hinein. Du müsstest also mindestens zwei Spaten tief graben, um alle Wurzeln zu entfernen.

Biologische Mittel helfen gegen Giersch

1. Ein bis zwei Jahre lang alle Problemflächen mit Kartoffeln bepflanzen. Das üppige Laub der Pflanzen hungert die Unkräuter aus.

2.  Du „begräbst“ den Giersch. Alle Triebe werden dafür knapp über dem Boden abgehackt, dann wird die Fläche mit einer Mulchfolie oder einer fingerdicken Lage Zeitungspapier abgedeckt. Damit der Anblick erträglich bleibt, wird Rindenmulch darüber gestreut. Nach einem Jahr nimmt man die Folie ab oder durchsticht die Papierdecke und pflanzt in die Löcher.

3. Ausläufer vom Giersch können noch Jahre später ans Licht treiben. Deshalb sollten Stauden gepflanzt werden, die den Giersch durch ihren vitalen Wuchs langfristig daran hindern, erneut einzuwandern. Dazu gehören der Beinwell (Symphytum gradiflorum ‚Blaue Glocken‘), das Seifenkraut (Saponaria officinalis) oder der Storchschnabel (Geranium x gracilis ‚Sirac‘).


Chemische Mittel möglich?

Wir sagen BESSER NICHT: Früher gab es „Unkrautfrei Weedex“ (von Celaflor). Dieses Mittel ist glücklicherweise nicht mehr auf dem Markt, da es ein hochgiftiges Pflanzenschutzmittel war. Für den Garten ist noch das Mittel „Roundup“ (auch von Celaflor) bekannt. Es ist auf Glyphosat-Basis hergestellt. Glyphosathaltige Produkte werden auch großflächig in der Landwirtschaft eingesetzt. Diese Produkte stehen im Verdacht Tiere und Menschen zu schädigen. Wir raten daher vom  Verbrauch unbedingt ab (Der Naturschutzbund, kurz NABU, hat einiges zum Thema „Glyphosat in Gärten“ veröffentlicht…).

Lediglich das Produkt „Gierschfrei“ (von Neudorff) könnte bei einer Gierschplage eventuell zum Einsatz kommen. Es ist aus Maleinsäurehydrazid und Pelargonsäure. Ganz ohne ist diese Kombination aber auch nicht. Maleinsäurehydrazid steht im Verdacht krebserzeugend und erbgutschädigend zu sein. Trotzdem gilt dieses Mittel als nicht Bienengefährdend und für Tier und Mensch unbedenklich.

Versuche also besser die biologisch verträglichen Mittel anzuwenden (wie Folien und Pflanzen, die Giersch verdrängen, s.o.). Und noch etwas: Ein wenig Unkraut zupfen gehört zur Gartenarbeit dazu. Wenn du immer die Blätter abzupfst und ausreißt, kommt es zu keiner echten Plage. Sorge auch dafür, dass der Giersch nicht anfängt zu blühen, denn dann verbreitet er sich noch zusätzlich. Aber es gibt auch positives zum Kraut:

Drei Gründe, um Giersch zu mögen

1. Er ist essbar und schmeckt gar nicht so schlecht. Also einfach ernten und wie Spinat oder Salat essen! Oder du trocknest die Blätter und bereitest einen Tee daraus (geht auch mit frischen Blättern). Natürlich darfst du die Blätter nur verwenden, wenn sie nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sind.

2. Kleiner Outdoor-Überlebenstrick: Wenn du unterwegs von einem Insekt gestochen wirst, wirkt zerstampfter, frischer Giersch Wunder auf der Stichwunde.

3. Meerschweinchen und Kaninchen lieben Giersch. Wenn du also Kleintiere hast, freuen die sich echt über das Kraut. Und dann kann man gar nicht genug davon im Garten haben.

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