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Wespen-Alarm im Garten: Was jetzt hilft

Hast du auch schon Angst vor der alljährlichen „Wespenzeit” im Spätsommer? Schreckst du bei jedem schwarz-gelben „Alarmkontrast“, der im Augenwinkel heransummt, zusammen? Dann hilft es dir vielleicht zu wissen, dass Wespen nicht immer aggressiv sind. Selbst ein Wespennest im Garten ist halb so schlimm.

Mit Wespen leben

Es sind lediglich zwei Wespenarten, die für den schlechten Ruf aller so gefärbten Fluginsekten verantwortlich sind: die Deutsche und die Gemeine Wespe. Beide sind in der Tat recht aggressiv und stechen zu, wenn sie sich bedroht fühlen.

Die beiden aggressiven Wespenarten leben meist in Löchern unter der Erde, an dunklen Stellen auf Dachböden oder hinter Verschalungen. Diese Kurzkopfwespen verteidigen sich vehement, wenn sie in Panik geraten oder ihre Nes­ter bedroht sehen. Wer den Kopf schüttelt, wild mit den Armen um sich schlägt oder gar versucht, sie wegzupusten, versetzt die Tiere in Alarmbereitschaft und riskiert einen oder mehrere Stiche. Regel Nummer 1: Immer ruhig und cool bleiben, auch wenn es schwer fällt.

Anders als Bienen können Wespen mehrfach zustechen, ohne sich selbst zu verletzen. Eine Biene stirbt nach dem Stich, weil ihr mit Widerhaken versehener Stachel in der Haut stecken bleibt; eine Wespe dagegen bleibt unversehrt.

Mythen um Wespen und Hornissen

Einfach so zustechen werden aber auch die Aggressivsten unter ihnen nicht. Selbst die große Hornisse, die ebenfalls zu den Wespen zählt, gehört eher zu den friedlichen Tieren. Durch Über­lieferungen wie „drei Stiche töten einen Menschen, sieben Stiche ein Pferd” wurde die Hornisse fast ausgerottet. Nun gehört sie zu den geschützten Arten und steht unter Naturschutz.

Die anderen, meist harmlosen Wespenarten bauen sich gern Nes­ter in Baumhöhlen oder unter Dachvorsprüngen. Ab Mai, wenn die Königin aus ihrem Winterschlaf erwacht und die ersten Eier gelegt hat, beginnt der Nestbau durch die neuen Arbeiterinnen. Sie bauen die typischen grauen, papierartigen Nester, versorgen die Larven mit Futter und kümmern sich um die Königin.

Deutsche Wespe | Foto: Pixabay

Deutsche Wespe | Foto: Pixabay

Wespen als Nachbarn

Im letzten Jahr hatten wie ein Haus für Hummeln gebaut und im Garten aufgestellt. Allerdings sind Wespen eingezogen. Eine recht harmlose Sorte, aber als ich in der Nähe dann rasenmähen musste, bin ich einmal gestochen worden. Wer ein papierartiges Nest im Garten oder am Haus findet, sollte also einige Verhaltensmaßnahmen be­­achten: Solange man einen Si­cher­heitsabstand von 3–4 m einhält und die Einflugschneise zum Nest nicht versperrt, geht von diesen Wespen keine Gefahr aus. Nur wer die Tiere beim Anflug länger behindert, muss mit Stichen rechnen. Ein zügiges Kreuzen der Nesteinflugschneise ist dagegen meist ungefährlich.

Empfindest du einen Wespenstaat in deiner Nähe als Bedrohung für dich und deine Familie oder hast du Angst um die Bausub­stanz, kannst du das Volk von einem Kammerjäger (sind im Branchenbuch eingetragen) entfernen lassen. Früher übernahm die Feuerwehr diese Aufgaben. Das ist aber schon seit ein paar Jahren nicht mehr üblich. Die Feuerwehr schreitet nur noch ein, wenn es um die Entfernung von Nestern in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen geht.

So mindert man Risiken

Damit es auch im August noch friedlich in deinem Garten zugeht, gibt es ein paar einfache Regeln:

  • Speisen und Getränke im Freien abdecken und Speisereste am besten sofort wegräumen.
  • Kinder sollten sich nach dem Essen den Mund abwischen und die Hände waschen.
  • Für (süße) Getränke immer Trinkhalme verwenden und niemals aus offenen Flaschen oder Dosen trinken.
  • Nicht barfuß im Gras laufen.
  • In die Kleidung gekrochene Wespen nicht drücken. Abwarten, bis sie von alleine herauskommen oder das Kleidungsstück vorsichtig ablegen.
  • Heftige Bewegungen, besonders in Nestnähe, vermeiden.
  • In der Dämmerung Zimmer nur bei ausgeschaltetem Licht lüften.
  • Im Haus keine offenen Lebensmittel oder Abfälle stehen lassen.
  • Im Herbst Bäume mit Fallobst meiden oder Früchte so schnell wie möglich aufsammeln.
  • Haarsprays oder Parfüms nach Möglichkeit vermeiden, denn diese Gerüche animieren Wes­pen zum Stechen.
  • Aufgestellte Wespenfallen lo­cken noch mehr Tiere an, also entweder weit wegstellen oder die Finger davon lassen.
  • Aufgeschnittene Zitronen mit Nelken gespickt und frischen Basilikumduft mögen angeblich Wespen nicht.
  • Das Verbrennen von Kaffee oder Kaffeeresten soll Wespen ebenfalls vertreiben.

Was tun beim Stich?

Zuerst einmal Ruhe bewahren, sonst riskierst du noch weitere Insektenstiche. Die Einstichstelle wird mit Eiswürfeln gekühlt. Auch Umschläge mit essigsaurer Tonerde helfen gegen Schwellungen. Zusätzlich können Stiche mit kühlender Salbe oder mit einer angeschnittenen Zwiebel behandelt werden. Wichtig: Bei Allergieverdacht (Ausschläge, Atem- oder Kreislaufbeschwerden, Zittern, Übelkeit) oder Stichen im Mund und Rachen solltest du sofort den Arzt aufsuchen oder den Notruf 112 betätigen. Aus eigener Erfahrung können wir bestätigen, dass der Notruf in solchen Fällen Bescheid weiß und beruhigend auf kurz vor der Panik stehende Wespenopfer einwirken kann.

 

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