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Was gegen Wollläuse wirklich hilft

Wollläuse werden auch Schmierläuse oder wollige Napfschildlaus genannt. Die Tiere haben auf ihrer Körperoberseite mehligfeine, weiße Wachsausscheidungen, die aussehen wie ein wolliger Pelz. Die 3–4 mm großen Tiere sind gut zu erkennen und unverwechselbar. Wollläuse vermehren sich bei günstigen Bedingungen sehr schnell. (Ein Weibchen legt bis zu 300 Eier.) Vor allem im Winter, bei warmer, trockener Heizungsluft können sich die Läuse im Haus schnell über einen ganzen Pflanzenbestand ausbreiten. Im Sommer finden sich die Tiere auch massenweise im Garten zum Beispiel auf Efeu, wenn die Witterung entsprechend heiß und trocken ist.

Wollläuse_Marienkäfer_Wikipedia_Vijay Cavale

Natürlicher Feind: Australischer Marienkäfer
© Wikipedia | Vijay Cavale

Auf den ersten Blick sieht man oft keinen Befall, denn die Tiere leben versteckt auf der Rückseite der Blätter. Darum ist es bei einer Spritzung auch sehr schwierig alle Läuse von den Blattunterseiten mit den entsprechenden Mitteln zu treffen. Und der wollige Panzer der Läuse schützt sie noch mal so gut.

Natürlichen Feind der Wollläuse ins Haus holen

Im Haus, im Gewächshaus oder Wintergarten könntest du eine biologische Bekämpfung durchführen. Der Australische Marienkäfer (erhältlich bei re-natur) frisst die Schmierläuse. Bei mehreren befallenen Pflanzen lässt sich dieser Nützling leicht ansiedeln. Diese Art der Läusebekämpfung setzt allerdings auch voraus, dass das Zimmer durchschnittlich 20°C warm ist und eine relative Luftfeuchte von 60 Prozent herrscht. Außerdem solltest du dich fragen, ob du Marienkäfer als Mitbewohner im Haus haben möchtest. Für Wintergarten und Gewächshaus ist diese Methode aber super geeignet.

Wenn nur eine Pflanze im Kübel betroffen ist, können auch Lizetan Combistäbchen (von Bayer Garten) eingesetzt werden. Je nach Topfgröße werden mehr oder weniger Stäbchen in die Erde gesteckt. Der Wirkstoff löst sich in dem feuchten Substrat, wird von der Pflanze aufgenommen und die Schädlinge sterben ab.

Natürlich geht auch das Absammeln per Hand. Hier kannst du ein mit Spiritus getränktes Wattestäbchen benutzen und die Läuse einfach abkratzen.

Wollläuse_Wikipedia_Vijay Cavale

Ameisen essen die klebrigen Ausscheidungen der Läuse und beschützen daher die Läuseherde vor anderen Frassfeinden
© Wikipedia | Vijay Cavale


Im Garten wird es kompliziert

Schwierig wird die Behandlung draußen im Garten: Sind ganze Pflanzenbestände betroffen, könntest du versuchen, eine Spritzung mit Paraffinöl (zum Beispiel „Promanal AF Neu Schild- und Wolllausfrei“ von Neudorff) durchzuführen.

Auch Neem-Produkte basieren auf Ölbasis. Hier existiert aber mittlerweile eine Grauzone von Anbietern, die oft ungeprüfte Mittel mit schädlichen Zusatzstoffen verkaufen. Schau also genau hin, ob die Artikel geprüft und für Haus- und Kleingarten zulässig sind.

Sind die Läuse mit einem leichten Ölfilm überzogen, ersticken sie. Wichtig dabei ist, dass du alle Tiere mit der Spritzung triffst. Meist gelingt das nicht auf Anhieb, daher musst du mehrmals spritzen. Denke auch daran, dass sich die Läuse vor allem auf den Unterseiten der Blätter befinden!

Und noch etwas: Ob du wirklich eine große Fläche draußen Läusefrei mit einer Spritzung bekommst, ist nicht gesagt. Bleiben nur ein paar Schädlinge über, können sich diese auch wieder schnell vermehren. Bleibt dann nur noch, auf schlechtes Wetter zu hoffen…

 

 

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Eine Antwort auf Was gegen Wollläuse wirklich hilft

  1. Lilly 21. Juni 2014 at 14:14 #

    Sehr schöner Beitrag zum Thema „Was gegen Wollläuse wirklich hilft“.

    Wirklich interessant und gut zu lesen… Danke :-)

    Hier habe ich ergänzend zu Deinem Beitrag, einen auch sehr guten Artikel zum Thema „Woll- und Schmierlaus„.

    Ist sicher auch hilfreich für Deine Leser.

    LG
    Lilly

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