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Unwetterschäden: Was tun gegen Hagel & Co.?

Hagelschäden sind immer extrem frustrierend. Gerade noch ist der Garten wunderschön und alles blüht, dann kommt ein Unwetter mit heftigem Regen und Hagel und viele Pflanzen sind abgeknickt und beschädigt. Auch wenn es jetzt erst einmal schlimm aussieht, die Pflanzen werden sich größtenteils wieder erholen.

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Hagelschauer richten Schäden im Garten an
© Wikipedia | Jaysonho

Erste Hilfe für deine Pflanzen

Du kannst jetzt die abgebrochenen und toten Zweige und Triebe entfernen (maximal bis zum ersten Austrieb). Bei Verletzungen direkt oberhalb der Erdoberfläche musst du vorsichtiger sein. Wenn du die Pflanzen unterhalb dieser Zweigschäden kappst, gehen sie ein. Versuche es zuerst mit einem Wundverschlussmittel, damit in die offenen Stellen keine Viren und Bakterien eindringen können. Dies gilt für alle Pflanzen, die so arg verletzt wurden.

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Vogelschutznetze helfen auch gegen Hagel
© Wikipedia | Gibellini

Im Winter solltest du für einen guten Winterschutz sorgen und im Frühjahr kannst du noch einmal nachschneiden (sobald keine große Frostgefahr mehr herrscht).

Sicherlich wirst du im kommenden Jahr mit weniger Blüten rechnen müssen, vor allem bei den Pflanzen, deren Knospen direkt nach der Blüte angelegt wurden (Rhododendren, Bauern-Hortensien, Flieder…). Die Stauden dürften sich aber komplett erholen und auch Rosen sind viel widerstandfähiger als man denkt. Sie treiben einfach wieder neu aus.


Ist der Klimawandel schuld?

Klimaveränderungen sind tatsächlich auch im Garten zu bemerken, daher sind extrem widerstandstfähige Pflanzen in den nächsten Jahren gefragt. Zum einen müssen sie mit Trockenheit und Sonne auskommen, aber auch starken Regengüssen und Hagelstürmen trotzen.

  • Dicklaubige, kleinblättrige Pflanzen, ebenso wie Gräser können Trockenheit vertragen und kommen auch mit widrigen Umständen wie Hagel und starken (einmaligen) Regenschauern zurecht.
  • Empfehlenswert für windige und regenreiche Standorte sind Pflanzen, die in Küstenvegetationen wachsen. Also niedrige, schopfartige Gräser (neben Blauschwingel gibt es eine große Auswahl weiterer Pflanzen in den Staudengärtnereien).
  • Mit Trockenheit, Sonne, Wind und extremen Regen (vereinzelt) kommen auch Pflanzen, die für Dachbegrünungen verwendet werden, gut klar, also Staudennelken, Strandnelken, Strandflieder (Statice), Fetthenne, Mauerpfeffer, niedrige Laucharten, Zwergwermut und dekorative Kräuter wie Salbei und Oregano.
  • Höhere Stauden brauchen am besten eine Stütze, damit sie bei Wind und Unwettern nicht gleicht auseinanderfallen. Dazu reicht ein langer Stock und etwas Band, das du um die Pflanze schlingst (erwürge das Gewächs nicht). Im Handel gibt es auch hübsche Staudenhalter, die natürlich etwas teurer sind.
  • Pflanze empfindliche Gewächse direkt vor eine Mauer oder einen Zaun. So haben sie Schutz vor Regen und starken Winden.
  • Generell kommen heimische Pflanzen meist besser zurecht mit Regen, Wind und fiesem Umwetter. Die Exoten sind eher für die Schönwetterlagen geeignet. Sie brauchen daher einen geschützten Standort in voller Sonne.
  • Wenn du absehen kannst, das ein Unwetter aufzieht, könntest du noch mit einem Pflanzvlies empfindliche Pflanzen schützen. Leg es mit ein paar Stützen darunter über deine Beete und fixiere es an den Seiten, damit es nicht wegfliegt. Topfpflanzen holst du in Hausnähe, unter Dachvorsprünge oder am besten direkt ins Haus, falls möglich.

 

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