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Traumhafte Sonnenfarben im Präriegarten

Ein pflegeleichter Garten, der in den schönsten Farben leuchtet und in dessen Gräsern sich das Sonnenlicht fängt – sogenannte Präriegärten versprechen genau das. Vorausgesetzt, du hast im Garten ausreichend Sonne. Was du über den Zauber der Steppenpflanzen wissen musst. Mit Buch- und Pflanztipps.

Präriegarten | © Ulmer

Sonnenfarben im Präriegarten | © Ulmer

Einst erstreckte sich die baumlose Landschaft der Prärie über den gesamten Mittleren Westen der USA: weite Graslandschaften, auf denen die riesigen Bisonherden umherwanderten und wo regelmäßig durch Blitzeinschlag verursachte Brände eine andere Vegetation verhinderten. Doch die europäischen Siedler verwandelten die Prärien in Ackerland. Deshalb begannen amerikanische Botaniker und Gartengestalter damit, die typischen Pflanzen dieser Landschaft zu bewahren und daraus einen naturnahen Gartenstil zu kreieren.

Mittlerweile ist der Präriegarten auch von europäischen Gartengestaltern aufgenommen und erweitert worden. Um den Gartencharakter zu stärken, haben sie den Anteil der typischen Hochgräser allerdings zugunsten der farbenfrohen, meist spät blühenden Stauden reduziert. So entstehen an Naturwiesen erinnernde Flächen, die zudem extrem pflegeleicht sind.

Beispiel für einen großen Präriegarten von Petra Pelz | @ Ulmer

Sonniger, offener Standort. Beispiel für einen großen Präriegarten von Petra Pelz | @ Ulmer

 

Stauden für freie Flächen

Alle sogenannten Präriestauden bevorzugen sonnige, frei liegende Beete. Sie eignen sich deshalb besonders für Gärten mit großen Freiflächen. So, wie sich die amerikanische Landschaft von Ost nach West verändert, sind auch die Boden- und Feuchtigkeitsansprüche der einzelnen Präriestauden verschieden.

Gut für den heimischen Garten, denn so findet man für jeden Standort die passende Pflan­ze. Hier reicht die Spannbreite von trockenen und durchlässigen Böden bis hin zu lehmig-humosen Beeten mit relativ hoher Feuchtigkeit.

Blauer Lein | © Dagmar Zechel/pixelio

Blauer Lein | © Dagmar Zechel/pixelio

Eines haben alle Präriestauden gemeinsam: Sie lieben die Sonne und den Wind. Ihre Blütenköpfe wiegen sich bei jedem noch so kleinen Luftzug hin und her und bringen Bewegung ins Beet. Vollsonnige und trockene Standorte mögen beispielsweise der blaue Lein (Linum perenne), die gelbe Nachtkerze (Oenothera tetragona) oder die rote Indianernessel (Monarda).

Nährstoffreiche und eher feuchte Böden werden von der Sonnenbraut (Helenium) be­vorzugt. Sie ist eine der klassischen Prärie- und Wildgartenstauden und blüht von Juli bis September in Gelb, Rot oder feurigem Orangebraun mit dunklem Auge in der Mitte. Als prämierte Staude des Jahres 2008 bringt sie bestmögliche Eigenschaften wie Langlebigkeit und Blütenreichtum für die Gartensaison mit.

Sonnigwarm und dazu feucht mögen es auch der rotviolette Purpursonnenhut (Echinacea purpurea) und der gelbe Gartensonnenhut (Rudbeckia fulgida var. sullivantii).

 

Stauden und Gräser prägen das Bild | @ Ulmer

Stauden und Gräser prägen das Bild | @ Ulmer


Die schönsten Gräser als Nachbarn

Die Präriestauden wirken am besten, wenn sie mit filigranen Gräsern kombiniert werden. Damit die Blüten der Stauden gut zur Geltung kommen, wählt man eher mittelgroße bis kleinere Gräserarten aus, also Exemplare mit einer Höhe von etwa 20 bis 120 cm Höhe.

Wichtig ist zudem die Sonnenverträglichkeit der Gräser. Hier bieten sich Pfeifengras (Molinia), Zittergras (Briza) oder Ränkegras (Achnatherum) für recht trockene Standorte an. Auf frischen Böden gedeihen dafür eher die hohe Rutenhirse (Panicum) als Hintergrundpflanzung und Federborstengras (Pennisetum). Die Samenstände sind bis weit in den Winter attraktiv.

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Gräser, Verbenen und Roter Sonnenhut prägen dieses Präriebeet. | © Ulmer

 

Pflanzentipps für eigene Präriebeete

Du möchtest ein eigenes Präriebeet anlegen? Hier beschreiben wir dir eine Pflanzengesellschaft für einen nährstoffarmen und trockene Standort:

Als Leitstaude könntest du die große Palmlilie (Yucca) einsetzen. Mit ihren weißen Glockenblüten in hohen Rispen ist sie der unbestrittene Star im Beet. Flankiert wird die Yucca von der gelb bis orange oder rötlich blühenden Steppenlilie (Eremurus), einer Zwiebelpflanze.

Die zweijährige Königskerze (Verbascum) in Goldgelb gehört zu den anspruchslosen Präriepflanzen und streckt ihre Blütenkerzen im hinteren Beetbereich hoch in die Luft. Zitter-, Pfeifen- und Ränkegras durchziehen mit ihren filigranen Stängeln die Beetmitte.

Im Vordergrund breitet sich Steppensalbei (Salvia) violett bis blau aus. Davor blüht der klarblaue Lein (Linum) und daneben gelbes Heiligenkraut (Santolina) mit silbrigem Laub. Die beiden kleinen Stauden werden maximal Kniehoch und füllen die engsten Lücken aus.

 

Den Wilde Westen pflanzen

Bei einem frischen, nährstoffreichen Boden würden wir folgende Pflanzen vorschlagen:

Kandelaberehrenpreis (Veronicastrum) lässt seine bläulichen Blütenähren bei der kleinsten Brise förmlich tanzen. Er flankiert zum Beispiel die goldgelbe Sonnenbraut (Helenium). Davor blühen Purpursonnenhut (Echinacea) in Rotviolett und Gartensonnenhut (Rudbeckia) mit gelben Zungenblüten und schwarzer Mitte.

Die Verbene (Verbena) bildet einen wunderschönen zartvioletten Schleier über dem Staudenbeet. Gräser wie die Rutenhirse (Panicum) und das Federborstengras (Pennise­tum) rahmen die schönen Stauden im Bogen ein.

Einen richtigen Knalleffekt im Vordergrund bringt noch einmal die Indianernessel (Monarda) mit ihren schönen rötlichen Blüten. Die gelbe Nachtkerze (Oenothera) gehört zu den zweijährigen Blumen. Sät man sie jedoch im Mai an Ort und Stelle ins Beet, bedingt dies einen einjährigen Lebensrythmus. Ihre Besonderheit: Die Blüten öffnen sich erst am Abend und schließen sich am Vormittag des nächsten Tages.

 

Zwei Buchtipps haben wir für dich:

 


Petra Pelz, Ulrich Timm: Faszination Weite: Die modernen Gärten der Petra Pelz, Ulmer Verlag 2013, 192 Seiten, 49,90 Euro

Werkschau der Landschaftsarchitektin Petra Pelz, die auf Basis natürlicher amerikanischer Prärielandschaften ein eigenes und völlig neues Planungsprofil für öffentliche Anlagen und private Gärten entwickelt hat.

 


Laurence Machiels: Präriegärten: Faszinierend und stimmungsvoll. Ulmer Verlag 2010, 128 Seiten, 39,90 Euro

Die belgische Gartenjournalistin Laurence Machiels hat das erste Buch über Präriegärten verfasst. Darin beschreibt sie die Eigenschaften dieses Gartenstils, seine Grundprinzipien und die darin enthaltenen Gestaltungsmöglichkeiten. Viele praktische Informationen zur Anlage und Pflege runden das Buch ab.

 

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  1. Heilpflanze Echinacea: So wächst der Sonnenhut im eigenen Garten | phlora.de - 6. Juni 2014

    […] Weitere Infos: Heimat des Sonnenhuts – der Präriegarten […]

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