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Stauden: Grundlagenwissen für deine Gartengestaltung

Stauden sind die Kür bei der Gartengestaltung. Wenn du es richtig angehst, erobern sie alle Plätze im Garten, kehren Jahr für Jahr treu zurück und belohnen dich mit ihren Formen und Farben. Stauden machen Gärtner glücklich – und Anfänger oft kirre. Aber wir haben einmal möglichst verständlich aufgeschrieben, was du über Stauden wissen solltest.  

Super Staude: Blauer Storchschnabel (Geranium), hier mit der weißen Schaumblüte, blüht jedes Jahr ab Mai bis zum Frost

Super Staude: Blauer Storchschnabel (Geranium), hier mit der weißen Schaumblüte, blüht jedes Jahr ab Mai bis zum Frost

 

Die Stars in deinem Garten

Stelle es dir so vor: Sträucher und Bäume bilden in deinem Garten das grüne Gerüst, Stauden sind dagegen die wahren Farbträger. Die langlebigen Pflanzen erscheinen jedes Jahr aufs Neue und verzaubern den Garten mit ihren farbenfrohen Blüten. Die Saison beginnt für die meisten Stauden im Frühjahr. Dann treiben sie neu aus ihren Wurzelstöcken und Knollen aus und entwickeln Blätter und Blüten. Manche Stauden können mannshoch werden, andere bleiben klein, kompakt und wachsen in Bodennähe. Im Herbst sterben die oberirdischen Pflanzenteile nach dem ersten Frost ab. Die Pflanze überwintert dann geschützt im Boden, um im nächsten Frühling erneut auszutreiben.


Finde den richtigen Stauden-Standort

Sehr anpassungsfähig: Frauenmantel (Alchemilla) ist für alle Standorte geeignet/ Foto: BdB

Sehr anpassungsfähig: Frauenmantel (Alchemilla) ist für alle Standorte geeignet

Damit Stauden im Frühjahr gesund wiederkommen, brauchen sie einen passenden Platz zum Wachsen. Stauden findet man in der Natur in ihren natürlichen Lebensbereichen: zum Beispiel unter Gehölzen, am Gehölzrand, im Beet, am Wasserrand, auf Steinanlagen und im Freiland. Überall dort wachsen die wilden Verwandten der Gartenstauden. Diese Unterscheidung hilft dir bereits beim standortgerechten Pflanzen der Stauden.

Doch du benötigst noch ein paar mehr Informationen: Wie sollten die Lichtverhältnisse sein? Man unterscheidet vor allem sonnige Lagen, Halbschatten und Schatten. Wie sollte der Boden sein? Bei der Bodenbeschaffenheit unterscheidet man trocken, feucht, nass, lehmig, sandig, sauer, kalkhaltig etc. Erst mit diesen zusätzlichen Infos kann auch der richtige Standort für jede Staude gefunden werden.

Passende Partner

Wenn der Lebensbereich für die Staude klar ist, können passende Gruppen zusammengestellt werden. Hier stehen dann alle Stauden zur Auswahl, auf die die Parameter zutreffen. Für ein Prachtstaudenbeet bedeutet dies beispielsweise, dass hier alle Pflanzen in Frage kommen, die sich auf gut durchlässigen, humusreichen Böden in voller Sonne wohl fühlen. Bei Stauden, die lieber unter Gehölzen leben, dürfen alle Pflanzen verwendet werden, die sowohl mit Halbschatten zurecht kommen, als auch Feuchtigkeit und/ oder trockene Böden tolerieren usw.

Die passenden Pflanzengruppen können dann noch einmal unterschieden werden in Stauden mit sogenanntem Wildcharakter und in die gezüchteten Prachtstauden. Die Verwendung hängt von der Art der Gestaltung ab: Wer einen Naturgarten anlegt, greift besser auf die natürlich anmutenden Wildstauden zurück. Wer dagegen ein farbenprächtiges Schmuckbeet möchte, ist mit den gezüchteten Prachtstauden recht gut beraten.

Schöne Stauden wie der Sonnenhut bringen Farbe in den Garten | Foto: Fotolia.com/contadora1999

Schöne Stauden wie der Sonnenhut bringen Farbe in den Garten | Foto: Fotolia.com/contadora1999

 

Die Qual bei der Farbwahl

Bei der Auswahl von Blütenfarben ist natürlich der persönliche Geschmack entscheidend. Du hast die Möglichkeit, einen kunterbunten Mix zu pflanzen, oderbei der Gestaltung nach bestimmten Farben vorzugehen. Auch Pastellfarben oder knallige Farbmischungen sowie monochrome Einzelfarben sind möglich.

Für ein harmonisches Gesamtbild empfiehlt es sich, eine Hauptfarbe zu wählen und mehrere passende Farben unterzuordnen. Zum Beispiel ist Rot oder Orange immer ein absoluter Hingucker. Etwas abgemildert wird die Signalwirkung mit einer grünen Hintergrundpflanzung sowie weißen oder blauvioletten Blütenpflanzen. Mit Pastellfarben mischt man dezent, mit den Grundfarben Rot, Blau und Gelb hebt man Pflanzen hervor.

Bei der Gestaltung darf die prägende Wirkung von Blättern, die Blattfarbe sowie die Blattform und Struktur nicht vergessen werden. Neben den Blütenstauden gibt es nämlich noch die sogenannten Blattschmuckstauden. Hier stehen die Blätter optisch im Vordergrund. Oft sind sie panaschiert, also zweifarbig oder außergewöhnlich groß und markant. Durch das Zusammenspiel zwischen Blattschmuck- und Blütenstauden können äußerst interessante Beete kreiert werden.

Leitstauden und Begleiter

Typische Leitstaude: Knallgelbe Staudensonnenblume, hier mit Edelraute als Begleitung | Foto:BGL

Typische Leitstaude: Knallgelbe Staudensonnenblume, hier mit Edelraute als Begleitung

Im Staudenbeet findet sich immer eine Pflanze, die imposanter, größer, farbiger und auffälliger ist als die anderen: Das ist die sogenannte Leitstaude. Sie gibt den Ton an in der Rabatte und alle anderen Stauden ordnen sich ihr unter. Klassische Leitstauden sind zum Beispiel roter Türkenmohn, leuchtend blauer Rittersporn, die Silberkerze, blauer Kandelaber-Ehrenpreis, gelber Sonnenhut und die Steppenkerze. Sie ziehen die Blicke magisch an durch ihre Farbe, Form und Größe.

Die übrigen Stauden gelten als Begleiter dieser Solitärstauden. Sie werden auch Strukturpflanzen oder Begleitstauden genannt. Oft handelt es sich um halbhohe Stauden wie die Schafgarbe, kniehoher Storchschnabel, Margariten, Phlox und Glockenblumen, um nur einige zu nennen. Mit ihren Blüten und Blätter umschmeicheln sie die Leitstauden und bilden das passende Publikum für die Stars im Beet. Kleinere Stauden rücken dabei an die Ränder und füllen Lücken in der Rabatte.

In Gruppen pflanzen

Früher galt beim Aufbau einer Staudenpflanzung: Die Großen nach hinten, die Halbhohen in die Mitte und die Kleinen nach ganz vorn. Diese tribünenartige Staffelung ist nicht mehr aktuell. Vielmehr versucht man heute, die Staudenpflanzung von allen Seiten anschaulich zu gestalten. Dabei werden die großen Leitstauden oft in die Beetmitte gepflanzt, umringt von den halbhohen Struktur- und Begleitpflanzen. Gräser und Blattschmuckstauden gehören ebenfalls zu den treuen Begleitern. Die kleineren Polsterstauden finden aber nach wie vor vorn ihren Platz, während Füllpflanzen wie niedrige Asternarten oder kleine Glockenblumen auch in der Beetmitte verwendet werden können. Hier füllen sie Lücken aus und bilden einen schönen Übergang zu größeren Pflanzen.

Der Schatten blüht auf

Perfekt im Schatten unter Bäumen: Storchschnabel, Elfenblume und Funkien | Foto: BGL

Perfekt im Schatten unter Bäumen: Storchschnabel, Elfenblume und Funkien

In jedem Garten gibt es Problemecken, in denen nichts wächst oder nur spärlich. Oft sind es die durchwurzelten, dunklen und trockenen Orte unter älteren Bäumen. Wenn man allerdings um die natürlichen Lebensräume von Stauden weiß, kann man sich aus den Wildstauden die robusten, schattenverträglichen Arten heraussuchen.

Storchschnabelgewächse, Funkien, Farne, Schattengräser, Astilben und viele mehr wachsen dort am liebsten. Bei vorhandenen Wurzeln im Boden muss der Untergrund vorsichtig durchgeharkt werden. Bei neuen Pflanzungen kann man auch etwas Erde aufschütten und ein schönes Schattenbeet anlegen. Wichtig ist jetzt nur eine kontinuierliche Wassergabe. Das gilt übrigens für jedes frisch angelegte Staudenbeet.

 

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(Fotos © BGL und BdB)

 

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