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So blüht Lavendel richtig üppig

Der Lavendel (Lavandula angustifolia) zählt zu den Pflanzen, die an einjährigen Trieben blühen. Deshalb ist ein Schnitt im Frühjahr (Mitte April) so wichtig. Dabei dürfen nur die jungen Triebe eingekürzt werden, etwa 2,5 cm über der Austriebsstelle des Vorjahres. Grob sagt man, dass die Pflanze um 1/3 zurückgeschnitten wird.

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Lavendel: Schöne Blüten, toller Duft
© Wikipedia | H.Zell

Nie ins alte Holz schneiden

Schneidest du mehr ab, triffst du das alte Holz. Dann fällt die Blüte nur spärlich aus und manchmal bleibt sie auch komplett weg. Zur Regeneration verbrauchen die Pflanzen nämlich zuviel Kraft; sie konzentrieren sich dann nur auf die grünen Triebe und nicht auf die Blütenbildung.


Lavendelblüten im Schrank

Im Herbst werden lediglich die trockenen Blütenstiele abgeschnitten. Schneide nicht bis zum diesjährigen Austrieb! Die Blüten kannst du trocknen und im Wäscheschrank deponieren (ist übrigens ein altes Hausmittel gegen Kleidermotten).

Ausnahme für starken Rückschnitt

Ein Verjüngungsschnitt kann nötig sein, wenn alte Pflanzen zum Auseinanderfallen neigen. Die beste Zeit dazu ist dann im Spätwinter (Anfang März). Die Pflanzen nehmen zwar einen kräftigen Rückschnitt ins alte Holz hin und bringen im Frühjahr wieder junge Triebe hervor. Allerdings fällt die Blüte im Jahr nach diesem starken Rückschnitt meist aus (siehe oben). Im folgenden Jahr und die Jahre danach kannst du wieder wie gewöhnlich im Frühjahr schneiden werden. Dann bleiben die Lavendelpflanzen buschig und blühen toll.

Der Standort ist entscheidend

Neben dem falschen Schnitt kann es noch eine andere Ursache für die Blühunwilligkeit geben: Der falsche Standort. Für Lavendel gilt immer volle Sonne, schön heiß, windgeschützt, gerne auch auf Mauervorsprüngen und in Trockenmauern. Lavendel mag Kiesflächen und kalkhaltige Magerböden mit wenig Nährstoffen.

Wenn du Lavendelpflanzen neu in den Garten pflanzt, kannst du in den Boden Sand, Schotter und kleine Kiessteine einarbeiten. So läuft das Regenwasser schneller ab und die Wurzeln verfaulen nicht. Gedüngt wird nur ganz spärlich, am besten direkt im Frühjahr nach dem Schnitt.

Lavendelfeld_Wikipedia_Jddmano

Lavendelanbau in der Provence: Reihen leicht erhöht und mit Kalkschotter belegt
© Wikipedia | Jddmano

Anbau wie in Südfrankreich

In der Provence werden die Lavendelpflanzen traditionell auf Erdhügel gepflanzt damit das Wasser schneller abzieht. Das kannst du in deinem Garten natürlich auch:

  • Erst muss der Boden durchlässig sein; arbeite also Sand, Schotter und kleine Steinchen unter
  • Die ausgetopfte Lavendelpflanze stellst du jetzt einfach auf den vorbereiteten Boden (nicht Eingraben!)
  • Bei einem Pflanzenabstand von je 30 cm kannst du, ähnlich wie bei Kartoffeln oder Erbsen, die Pflanzen anhäufeln. Dazu pflügst du mit einem Pflug oder mit einer zur Seite gekippten Harke zwischen den Gewächsen den Boden auf
  • die Erde wird dabei zur Seite geschoben und bedeckt nun rechts und links die Lavendelpflanzen
  • Schau, dass auch vorn und hinten genug Substrat den Wurzelballen umfasst
  • Im Laufe des Sommers musst du immer wieder mal neu anhäufeln, da bei Regengüssen gerne das Substrat weggespült wird
  • In der Provence wird diese Erderosion verhindert, indem zusätzlich kleine Kalksteine  an die Erdhügel geschüttet werden

 

 

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