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Das wichtigste über Rhododendren

An Farbenpracht sind Rhododendren im Frühling kaum zu überbieten. Haben sich die immergrünen Gehölze erst einmal am Standort etabliert, blühen sie von Jahr zu Jahr üppiger. Doch haben wir es hier nicht mit einem Oma-Strauch zu tun? Sind Rhododendren nicht einfach zu spießig?

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Macht die Hummel froh
© Pixelio | Erika Hartmann

Keine Frage, der Pflanze haftet ein Hauch von Spießigkeit an. Die Wuchsform (Habitus) und die Blätter wirken recht starr und manchmal auch gummiartig künstlich. Ähnlich verhält es sich mit den Blüten, die zum Teil schrill-bunt als Farbschock am Strauch aufblühen. Trotzdem gibt es natürlich viel Positives über die Lieblingspflanze unserer Großmütter zu sagen:

Mit geschätzten 30.000 Sorten gehören Rhododendren, die zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae) zählen, zu den vielseitigsten Gehölzen für den Garten. Das Farbspektrum der Blüten reicht von Blau, Violett über Rot, Orange und Gelb bis hin zu Weiß. Noch dazu sind sie, wie bereits erwähnt, immergrün und bieten mit ihrem Blattwerk auch im Winter einen schönen Anblick. Die Unterschiede der einzelnen Sorten sind beträchtlich, aber alle Rhododendren verwandeln den Garten zur Blütezeit im Frühling in ein Farbenparadies (Farbflashalarm).

Lange Blütezeit

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Trashiger Farbflash
© Pixelio | H. Kowalewski

Das Rhododendronjahr beginnt früh zur Primelblüte Ende März mit dem zartvioletten Rhododendron praecox. Leider ist die Blütenpracht durch Fröste oft gefährdet (hier hilft ein Pflanzvlies). Etwas später folgen die großblütigere Sorte ‚P.J. Mezitt‘ und der blauviolette Zwerg-Rhododendron impeditum, der 60–70 cm hohe kissenförmige Büsche bildet. Es folgen Ende April die niedrigen Rhododendron repens-Hybriden, die selten mehr als 60 cm Höhe erreichen. Besonders wüchsig sind die großblumigen Hybriden, die bis zu vier Meter hoch werden. Unter ihnen sind Züchtungen mit dekorativen dunklen Flecken beliebt. Spätestens im Mai können dann auch alle übrigen Rhododendren in voller Blüte bewundert werden.


Für kleine Gärten

Wer wenig Platz hat, wird an den im April oder Mai blühenden ‚Yakushimanum‘-Hybriden Gefallen finden. Sie zeichnen sich aus durch langsames Wachstum und breiten, niedrigen Wuchs. Ihr Blütenreichtum ist enorm und sie vertragen sogar Sonne. In dieser Gruppe gibt es rosa, weiße, violette und sogar – ganz modisch im Trend liegend – gelbe Sorten wie ‚Flava‘ oder ‚Golden Torch‘.

Den richtigen Standort finden

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Können im Garten richtig groß werden.
© Pixelio | Zaubervogel

Rhododendren brauchen eine relativ hohe Luftfeuchte und einen halbschattigen Standort. Darum gibt es die Pflanzen auch nicht in heißen Regionen wie Südamerika oder Afrika. Der Platz sollte möglichst windgeschützt sein. Ein Problem ist bei den Gehölzen oft der Boden: er muss humusreich, sauer (niedriger pH-Wert) und kalkarm sein. Doch nur in wenigen Gärten ist der Boden derart „anmoorig“ beschaffen. Hier muss dann mit spezieller Rhododendron-Erde nachgebessert werden.

INKARHO-Rhododendren als Alternative?

Seit kurzem ist auch das Standortproblem gelöst. Man fand nämlich kalktolerante, kräftig wurzelnde Arten. Achte in der Baumschule auf die Bezeichnung INKARHO auf dem Etikett. Solche Pflanzen brauchen kein torfreiches, saures Moorbeet mehr, sondern kommen mit normalen Böden aus. Man sollte die Pflanzstelle lediglich gründlich lockern und den Boden mit torffreier Pflanzerde aus kompostierter Rinde oder Holzfasern vermischen.

Pflege, Schnitt und das Einpflanzen

Ballen- und Containerpflanzen lassen sich das ganze Jahr über pflanzen, sogar während der Blüte. Hebe das Pflanzloch mindestens doppelt so groß wie den Ballen aus. Gib dann möglichst saure Erde oder fertig gemischte Rhododendronerde in das Loch und setze den Ballen ein. Anschließend das Substrat ringsum antreten und einen Gießrand ausformen. Nun noch gründlich angießen und nicht austrocknen lassen.

Drei bis vier Monate nach der Pflanzung düngt man zum ersten Mal. Danach einmal jährlich im Frühjahr. Verwende nur speziellen Dünger extra für Rhododendren (gibt es im Handel), oder du harkst ganz locker mehrmals im Jahr Rhododendronerde ein. Das saure Substrat sorgt für optimale Standortbedingungen und lässt die Blätter schön dunkelgrün bleiben. Werden die Blätter gelb, ist das ein Zeichen von Eisenmangel. Hier hilft Eisendünger und/ oder eine Standortveränderung (weniger Sonnenlicht, saurer Boden und ausreichend Spezial-Dünger).

Geschnitten wird Rhododendron nur selten. Wenn es nötig ist, dann am besten direkt nach der Blüte, siehe auch Beitrag „Wann darf ich Rhododendron schneiden?“

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Abgeblühte Samenstände entfernen
© Pixelio | Harald KU

Abgeblühte Samenstände sollte man vor allem bei jüngeren Pflanzen vorsichtig ausbrechen. Dann geht ihre Kraft sofort in neue Triebe und Blütenanlagen, statt sich in nutzloser Samenbildung zu erschöpfen. Pass dabei auf, dass du nicht die empfindlichen neuen Blütenanlagen verletzt.

Rhododendren in Töpfen

Die Sträucher gedeihen natürlich auch in Töpfen – ideal für Terrasse oder  Balkon. Besonders gut geeignet sind die schattenliebenden Gehölze für Nordbalkone oder Standorte mit diffusem Licht. Die Gefäße sollten dafür eine ausreichende Größe haben und benötigen im Winter entsprechenden Kälteschutz, damit sie nicht durchfrieren.

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  1. Die beste Pflanzzeit für Rhododendron | phlora.de - 5. Mai 2014

    […] beste Pflanzzeit und Umpflanzzeit für Rhododendron reicht von Anfang September bis Mitte November und von Anfang März bis Mitte Mai. Wird der […]

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