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Schneeglöckchen haben nicht geblüht?

Schneeglöckchen

Erster Frühlingsgruß
© Wikipedia / Anita Mazur

Schneeglöckchen (Galanthus) beginnen ab Februar zu blühen. Jedes Jahr aufs Neue freuen wir uns über diesen ersten Frühlingsgruß. Wenn die Blüte ausbleibt, ist die Enttäuschung groß.

Wenn deine Schneeglöckchen nicht mehr blühen wollen, kann das verschiedene Ursachen haben.

Falsche Standortbedingungen

Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) wachsen in der Natur vorzugsweise in lichten Wäldern. Hier finden sie vorwiegend humosen Boden vor. Diese Wildzwiebelblumen sollten deshalb auch im Garten in lockeren Humusboden gepflanzt werden. Schwere Lehmböden vertragen sie auf Dauer nicht, jedenfalls breiten sie sich darauf nicht flächig aus.

Haben die Schneeglöckchen früher geblüht, tun es jetzt aber nicht mehr? Dann kann es sein, dass sich Standortbedingungen verändert haben.

  • Hat sich dein Boden im Laufe der Zeit verdichtet?
  • Gibt es größere Sträucher oder Gehölze, die Wurzeldruck hervorrufen bzw. die Schneeglöckchen verdrängt haben?
  • Hat sich der Bereich im Garten verschattet?
  • Ist der Bereich im Garten feucht geworden, etwa durch häufige Regenfälle im Herbst oder Frühjahr?
Schneeglöckchen am Morgen | @ Fotolia Elena Moiseeva

Schneeglöckchen am Morgen | @ Fotolia Elena Moiseeva

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Pilzkrankheiten

Ist der Standort okay und hat sich auch nicht verändert, können Pilzkrankheiten die Ursache sein, die vor allem die Zwiebeln im Boden schädigen.

Zu den gefürchteten Pilzkrankheiten bei den Schneeglöckchen zählt Botrytis. Der auf Schneeglöckchen lebende Pilz Botrytis galanthina ist mit dem Grauschimmelpilz Botrytis cinerea verwandt, hat sich aber im Gegensatz zu diesem auf Schneeglöckchen spezialisiert. Erkennungszeichen ist ein weißlicher bis grauer Schimmelrasen, der ab dem Austrieb auf allen Teilen der Pflanze aufzufinden ist. Auch die Zwiebeln werden zerstört und verfaulen. Besonders betroffen ist Galanthus nivalis, während G. plicatus-Typen offensichtlich deutlich robuster sind, ebenso die grünblättrigen Arten. Der Pilz bildet samenkornähnliche Sklerotien aus, die beim Austrieb der Pflanzen „keimen“ und das Gewebe zerstören; erst dann wird der Schimmelrasen (Sporen) sichtbar.

Bedauerlicherweise gibt es für den Privatbereich kein speziell zugelassenes Mittel. Die wiederholte Austriebsspritzung mit einem normalen Fungizid kann helfen, diesem sollte als Netzmittel jedoch ein wenig Spülmittel oder Neutralseife zugesetzt werden. Befallene Pflanzen ausgraben und vernichten, an die Stelle vorerst keine Schneeglöckchen pflanzen! Untersuche neue Pflanzen auf Sklerotien! Botrytis ist sicher die größte Gefahr für unsere Schneeglöckchen.

Seltener tritt Fusarium auf; die Symptome ähneln denen bei Botrytis; allerdings ist kein Schimmelrasen zu sehen. Bekämpfung auch durch Gießen mit einem geeigneten Fungizid.

Extra Tipp: Viele Galanthus-Sammler haben gute Erfahrungen mit Neem-Produkten gemacht (im Gartenfachmärkten erhältlich).

Weitere mögliche Problemursachen

Falsche Düngung durch Stickstoffprodukte vertragen die meisten Zwiebelblumen nicht. Hast du vielleicht normalen Dünger ausgebracht? Hier ist immer viel Stickstoff enthalten.

Zwiebeln der Schneeglöckchen

Zwiebeln schmecken Wühlmäusen
© Wikipedia / gemeinfrei

Tausche dann soweit wie möglich den Boden aus. Spritze dabei alle Schneeglöckchen mit Neudovital (von Neudorff, im jedem Gartencenter erhältlich). Kalke einmal den Boden. Und nicht mehr mit Stickstoff düngen!

Wühlmäuse richten ebenfalls großen Schaden bei Zwiebelblumen an. Hast du Wühlmäuse im Garten? Achte auf versteckte Eingänge in den Beeten. Sind Wühlmäuse im Garten, kannst du die Zwiebeln (auch von anderen Zwiebelblumen wie Tulpen und Narzissen) mit einem engmaschigen Draht schützen. Du gräbst die Zwiebeln aus und wickelst den Draht darum. Die Zwiebeln müssen mit der „Nase“ nach oben wieder in die Erde.

Unser Tipp: Schau nach, ob eine der Möglichkeiten für den Rückgang deiner Schneeglöckchenpopulation in Frage kommt. In den meisten Fällen handelt es sich tatsächlich um Standortveränderungen im Laufe der Jahre oder um eine falsche Nährstoffzusammensetzung im Boden, die die Schneeglöckchen auf Dauer eingehen lässt.

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