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Rettet den Zitronenfalter

Wo sind bloß die gelben Zitronenfalter geblieben? Hast du auch schon lange keine mehr im Garten gesehen? Kein Wunder, denn den Raupen des Schmetterlings fehlen die Nahrungsquellen. Zitronenfalterraupen ernähren sich nur von Faulbaum- oder Kreuzdornblättern. Die Larven sind hochspezialisiert auf diese zwei Nahrungsquellen. Das heißt aber auch: Du kannst das Verschwinden des Frühlingsboten verhindern.

Zitronenfalter | Foto: Jürgen Fälchle / fotolia.com

Zitronenfalter | Foto: Jürgen Fälchle / fotolia.com

 

Frühlingsbote mit tollen Eigenschaften

Kaum jemand, der sich nicht freut, wenn der erste Zitronenfalter noch etwas steif durch die Luft segelt. Leider werden die hübschen Tiere immer seltener. Dabei sind die erwachsenen Falter die langlebigsten unter den Schmetterlingen (Lebensdauer zirka 11 Monate). Selbst beim Überwintern sind sie hart im Nehmen: Sie suchen sich einfach ein Versteck unter Blättern (meist Brombeerbüsche oder unter Efeuranken) und erstarren mit einer Art „Frostschutzmittel“ im Körper. Die ersten warmen Sonnenstrahlen wecken die Falter dann wieder auf und weiter gehts.


Nur Männchen sind zitronengelb

Selten geworden: Zitronenfalter | Foto: Pixabay

Selten geworden: Zitronenfalter | Foto: Pixabay

Im April und Mai sind die Falter dann auf Brautschau. Übrigens sind nur die Männchen so hübsch zitronengelb gefärbt. Die Weibchen werden oft mit großen Kohlweißlingen verwechselt, denn sie sind grünweißlich. Nach der Paarung legt das Weibchen Eier. Fast immer wählt es dafür den Faulbaum aus, seltener Kreuzdorn. Beide Pflanzenarten gehören zu den Raupenfutterpflanzen. Leider verschmähen die Larven alles andere.

Faulbaum (Frangula alnus) und Kreuzdorn (Rhamnus catharticasind heimische Gewächse und wachsen in Hecken, Waldrändern und lichten Wäldern. Die Pflanzen werden als Busch bis zu vier Meter groß, sie können aber auch als kleiner Baum eine Höhe von 7 bis 8 Meter erreichen. Ihre Wuchsform ist sparrig und ihr Äußeres eher unscheinbar.

Der Faulbaum ernährt viele Tiere

Im Winter werden die schwarzen Beeren von unzähligen Vögeln verzehrt, und das ganze Jahr über bevölkern Insekten und Schmetterlinge die Bäume.

Faulbaum_Pixabay_web

Faulbaum: Kein auffälliges Gehölz, dafür beliebt bei vielen Tieren © Pixabay.com

Leider finden sich immer weniger wilde Hecken in der Landschaft. Der Flächenverbrauch für die Landwirtschaft tut ihr übriges und auch der Landverbrauch für neue Häuser und Siedlungen ist so groß, dass viele Naturlandschaften und damit Lebensraum für Tiere für immer verschwinden. Das bekommt auch der Zitronenfalter zu spüren. Sein Lebensraum ist aufgrund der Spezialisierung der Larven zusätzlich eingeschränkt.

Unser Appell an Freunde des Zitronenfalters: Pflanzt einen Faulbaum in euren Garten.

In Naturgärten oder naturnahen Anlagen passen die Heckengehölze optisch sehr gut. Hier ist der Faulbaum gegenüber dem Kreuzdorn vorzuziehen, da letzterer lästige Ausläufer bildet. Bestimmt gibt es auch in deinem Garten noch eine Ecke, wo sich ein Faulbaum breit machen könnte. Und wenn dir ein vier Meter Busch zu groß ist: Man kann die Sträucher auch einfach beschneiden und die Größe selber festlegen.

Intern: Als wir von der Misere des Zitronenfalters hörten (bei einer Veranstaltung vom Naturgarten e.V.), haben wir sogleich einen Faulbaum geordert. Die Bestellung natürlich regional bei Baumschule Eggert getätigt (nein, wir werden nicht gesponsert), weil sie im Einzugsgebiet von Hamburg liegen und einfach gute Pflanzen liefern. Mal schauen, ob im kommenden Jahr mehr Zitronenfalter in unserem Garten flattern.
Falter mit Appetit | Foto: pixabay.com

Falter mit Appetit | Foto: pixabay.com

Phlora-Tipp: Eine sehr informative Seite im Netz: http://www.schmetterling-raupe.de/, die uns schon sehr oft weitergeholfen hat „beim Raupen und Falter bestimmen“.

Und noch etwas: Warum eigentlich „Faulbaum“?

Der Name Faulbaum ist auf den fauligen Geruch unter der Rinde zurückzuführen. Kratzt man die Rinde dieses sommergrünen Strauches an, wird ein fauliger Geruch freigesetzt. Früher nannte man diese Pflanze auch Pulverbaum, da aus der Holzkohle des Faulbaums früher Schießpulver hergestellt wurde. (Quelle: Baumschule Eggert)

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