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Forscher warnen vor erhöhter Zeckengefahr in diesem Jahr

Interessant für alle, die sich oft draußen aufhalten (und das soll ja auch für den einen oder anderen Hobbygärtner gelten): Aufgrund des milden Winters rechnen Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit mehr gefährlichen Zecken. Schon seit Februar, also relativ früh im Jahr, werden die ersten aktiven Spinnentiere beobachtet. Für die Wissenschaftler heißt das: 2014 werden deutlich mehr Zecken unterwegs sein, die Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auf den Menschen übertragen können. Vorsicht ist besonders in Wäldern, an Waldrändern und auf Wiesen geboten, aber auch in Parks können Zecken lauern. Tiefgelegene Regionen wie Flußauen sind bei Zecken ebenfalls sehr beliebt.

Zecke © Wikipedia/André Karwath CC BY-SA

Zecke © Wikipedia/André Karwath CC BY-SA

Milder Winter, mehr aktive Zecken

Durch Zeckenstiche ziehen sich jährlich mehr als 100.000 Menschen in Deutschland eine Borreliose-Infektion zu, etwa 300 erkranken an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Gerade im Frühjahr ab Temperaturen von durchgehend über sieben Grad Celsius, steigt das Risiko gestochen zu werden. Durch den milden Winter 2013/14 zeigten Zecken bereits im Februar eine hohe Aktivität, hat das KIT-Forscherteam festgestellt, das seit zwei Jahren die Zeckenpopulation an 25 Standorten in Baden-Württemberg überwacht.


Forscher wollen konkretere Zeckenwarnungen

Besonders gerne halten sich die achtbeinigen Spinnentiere in Gegenden mit hohem Grundwasserspiegel auf wie etwa in den Rheinauen. „Wir finden aber auch in tiefer gelegenen Laubwäldern und überraschenderweise in städtischen Parks große Populationen“, sagt Trevor Petney vom KIT. Der Parasitologe und sein Team untersuchen, in welchen Gebieten Zecken welche Krankheitserreger in sich tragen, wo ihre Population besonders hoch ist und welche Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sind. Ziel ihres Forschungsprojektes ist es, ein Modell für das komplizierte Zusammenspiel von Zecken, Klima, Umwelt, Wirtstieren und Krankheitserregern zu erstellen und daraus kleinräumige Warnhinweise und konkretere Impfempfehlungen abzuleiten. So gibt es in der Rheinebene ganz andere Aktivitätsmuster als im höher gelegenen Stuttgart.

Zecke © Ingo Sch. - Fotolia.com

Zecke können Infektionen übertragen © Ingo Sch. – Fotolia.com

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Mischwälder meiden

„Im Frühjahr werden nach den bisherigen Ergebnissen bei steigenden Temperaturen theoretisch mehr infizierte Zecken auf der Vegetation sitzen und somit mehr Menschen infizieren können“, erklärt Miriam Pfäffle, Nachwuchswissenschaftlerin am KIT. Bestimmte Gegenden sollte man nun meiden, etwa Mischwälder mit einer durchgehenden Laubschicht, Waldränder oder Wiesen, die nicht gemäht werden. Nadelwälder sind wenig geeignet für Zecken, auch an höher gelegenen Standorten ist die Zeckendichte normalerweise geringer. Und in Parkanlagen, auf denen man sich wirklich nur auf der gemähten Wiese aufhält, besteht ebenfalls nur eine minimale Gefahr, einer Zecken über den Weg zu laufen.

Wie entfernt man eine Zecke?

Sollte man dennoch gestochen werden, entfernt man die Zecke einfach mit einer spitzen Pinzette, mit der man unterhalb des Körpers der Zecke nahe an der Haut ansetzt und sie dann vorsichtig herauszieht, ohne den Körper zu quetschen. Quetschen, aber auch Hausmittelchen wie Öl, Benzin, Nagellackentferner oder Klebstoff können dazu führen, dass die Zecke erbricht und so der Darminhalt mitsamt der Krankheitserreger in die Wunde gelangt.

Welche Regionen sind besonders gefährdet?

Das Risiko gefährlicher Zeckeninfektionen ist in Bayern und Baden-Württemberg besonders hoch, aber auch andere Regionen sind Gefahrengebiete. Eine interaktive Karte auf Zecken.de gibt genauer Auskunft. Ebenfalls gute und aktuelle Zecken-Infos findet man beim Robert-Koch-Institut.

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