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Falllaub entsorgen oder liegen lassen?

Gerade die abgefallenen Blätter im Herbst schützen die Pflanzen und viele kleine Lebenwesen im Winter vor Eis und Kälte. Kommt noch eine Schneedecke darüber, haben es Flora und Fauna halbwegs warm und gemütlich und alle überleben die Winterzeit. Natürlich überleben auch die Schädlinge im Garten. Hier muss man nur sichtbar infizierte Blätter mit Pilzsporen und Schneckeneier entsorgen, wenn das Falllaub aufgesammelt wird. Das verschwindet dann im Restmüll, nicht auf dem Kompost.

Laub vom Rasen entfernen.

Laub vom Rasen entfernen. © PdM

Noch etwas: Zu einem Garten gehören auch ein paar Schädlinge, denn sonst haben die Vögel gar nichts zu fressen, die Nützlinge sind ebenfalls arbeitslos und verhungern. In einem Garten mit gutem Gleichgewicht finden alle ihren Platz und haben auch ihre Berechtigung. Ein wenig wird vom Fallaub auch als Humus umgewandelt. Es verbessert die Qualität der Erde und lässt die Pflanzen besser wachsen.

 

Altes Falllaub auf dem Kompost verwerten

Ein Großteil an alten Blättern wird aber oftmals gegen Ende des Winters, also ab Mitte/Ende Februar von den Beeten gekehrt, damit die Frühlingsblüher auch wirklich aus dem Boden wachsen können. Das alte Fallaub kommt dann in den Kompost und kann sich dort auch weiter zu Humus umbilden. Wenn das komplette Falllaub mit dem Restmüll entsorgt wird, entsorgt man auch viele Kleinstlebewesen. Die gelangen dann in die Müllverbrennungsanlage.

 


Laub als Mulch einsetzen

Laub lässt sich auch zu Mulch verarbeiten. Dazu sollte es etwa zwei Wochen ruhen. Dann den Laubmulch einfach auf dem Boden verteilen. Er ist besonders für Hecken, Zier- und Beerensträucher geeignet. Bei Eichen-, Walnuss- oder Kastanienlaub ist zu beachten, dass es sehr grob ist, langsamer verrottet und daher gehäckselt werden sollte. Die Blätter dieser Baumarten enthalten viele Gerbstoffe. Deshalb sollten damit nur Pflanzen gemulcht werden, die einen sauren Boden brauchen, wie Azaleen, Rhododendren oder Heidelbeeren.

Also: Falllaub darf und sollte im Winter zum Schutz auf den Beeten belassen werden. Ab Ende Februar (je nach Region) können die Beete vorsichtig frei gekehrt werden.

 

Laub vom Rasen abharken

Und noch etwas: Hortensien, Rosen und viele andere kleine Gehölze benötigen eine warme Packung Falllaub als Winterschutz! Natürlich kann man auch Stroh, Jutegewebe, Tannenreisig als Schutz verwenden. Altes Falllaub gehört auf den Kompost. Nur der Rasen muss von anfang an von Blättern befreit werden, sonst werden die Blätter faul und der Rasen bekommt Flecken oder Pilzkrankheiten.

 

Aktuelles Urteil: Kein Schadenersatz für Laub vom Nachbarn
Eine Frau aus dem Raum München hat ihre Nachbarn auf 500 Euro Entschädigung verklagt, weil sie die Blätter einer Linde vom Nachbargrundstück entsorgen musste. Eine „Laubrente“ werde es nicht geben, befand jedoch das Amtsgericht München. Die Klägerin genieße das Wohnen im Grünen, so das rechtskräftige Urteil, daher müsse sie die damit verbundene erhöhte Verschmutzung durch „pflanzliche Bestandteile“ in Kauf nehmen (Az.: 114 C 31118/12).

 

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