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Rhododendron: Braune Blüten deuten auf Rhododendronzikaden

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Tanzt woanders!
@ Pixelio | Susanne Schmich

Wenn du kleine, grüne Tiere, ca. 1 cm mit rotem Rücken (ähnlich wie Miniheuschrecken) auf deinen Rhododendren siehst, werden die Pflanzen gerade von Rhododendronzikaden heimgesucht.

Die erwachsenen Tiere der Rhododendronzikade treten etwa von Juli bis September auf. Bei sonnigem Wetter sind sie sehr aktiv. Du hörst ein Sirren und Schaben, wenn du an deiner Pflanze vorbeigehst. Dann springen und fliegen die Tiere schnell auf und retten sich auf die Blattunterseiten. Die Zikaden besiedeln bevorzugt die Triebspitzen. Die Eier der Zikade überwintern in den Knospen. Im April schlüpfen die gelblichen Larven aus. Junge wie ältere Tiere saugen an den Blattunterseiten. Dadurch werden die Blätter gelblich gesprenkelt und können absterben.

Rhododendronknospen werden schwarz

Die Blütenknospen der betroffenen Rhododendren verbräunen im Laufe des Winters und Frühjahrs und enden schwarz gefärbt. Sie sterben ab und die Blüte fällt in der kommenden Saison aus. Auf der Knospenoberfläche finden sich dunkle, etwa 1 bis 2 mm lange haarartige Pilzstrukturen (kann man gut mit den Augen erkennen). Verursacht wird das Knospensterben durch einen Pilz (Pycnostysanus azaleae), der durch die Eiablage der Rhododendronzikade und die damit auftretenden Wunden übertragen wird.

Das Auftreten des Pilzes ist nur auf die Knospe beschränkt, er greift nicht auf den Trieb über und wächst auch nicht in ihn hinein. Trotzdem richtet er durch den Blütenverlust großen Schaden an.

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Zikaden bei der Paarung
© Wikipedia | Karsten Dörre

Die Rhododendronzikade (die den Pilz verbreitet) tritt meist auf großblumigen Hybriden auf. Behaarte sowie kleinblumige Arten sind weniger oder gar nicht betroffen. Pflanzen an ungünstigen Standorten (zu sonnig, zu trocken, Boden nicht sauer genug) oder mit schlechten Wachstumsbedingungen werden leichter befallen.


Vorbeugung und Bekämpfung

Etwa im Juli können in die Büsche gehängte Gelbfallen ein Teil der erwachsenen, flugfähigen Tiere abfangen. Diese Tafel werden im September wieder abgenommen. Leider bleiben an den Gelbtafeln auch oft Nützlinge hängen. Bewährt haben sich Präparate wie Neem (Produkte auf Öl-Basis). Eine Leserin schrieb, dass sie die Zikaden mit einer einfachen Seifenlösung los wird. Wichtig ist bei den Spritzungen, dass die Ober- und Unterseite vom Strauch getroffen wird und das wiederholte Besprühen alle 7 – 10 Tage. Spritzungen erfolgen ab Juli bis Ende August und dann wieder ab April bis zur Blüte.

Ganz wichtig: Um das Infektionspotenzial des Pilzes zu reduzieren, solltest du alle befallenen Knospen entfernen. Im Frühling brichst du alle verbräunten Knospen per Hand heraus und entsorgst sie im Restmüll. Außerdem lohnt es sich, die Wachstumsbedingungen zu optimieren, also sonnige, zur Trockenheit neigende Standorte meiden und den Rhododendron an eine bessere Stelle setzen (im Herbst).

 

 

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